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12.09.2018

Förderung für personalisierte Krebstherapien

Um maßgeschneiderte Krebstherapien zu entwickeln, arbeiten mehrere innBW-Institute interdisziplinär zusammen. Grafik: innBW

Um maßgeschneiderte Krebstherapien zu entwickeln, arbeiten mehrere innBW-Institute interdisziplinär zusammen. Grafik: innBW

Individuelle Therapien bergen das Potenzial, Krebserkrankungen deutlich besser behandeln zu können. Um auf diesem noch jungen Gebiet Fortschritte zu erzielen, arbeiten Mitarbeiter von drei innBW-Instituten künftig in einem Forschungsprojekt interdisziplinär zusammen. Inhalt des Vorhabens mit dem Kürzel PRIMO ist die Verknüpfung von Digitalisierungstechnologien mit medizinischen Tests. An dem Verbundprojekt nehmen das Hahn-Schickard-Institut für Mikroanalysesysteme in Freiburg , das Naturwissenschaftliche und Medizinische Institut an der Universität Tübingen (NMI) und das FZI Forschungszentrum Informatik in Karlsruhe teil. Das baden-württembergische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau bezuschusst das neue Forschungsvorhaben mit 3,97 Millionen Euro. Mit der staatlichen Förderung solle der Erfolg von PRIMO bestmöglich gewährleistet werden, teilte Ministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut mit. „Jeder Mensch ist einzigartig und jede Erkrankung ist anders und muss damit auch individualisiert behandelt werden.“

Im Zentrum von PRIMO stehen neue Ansätze zur Verbesserung der digitalen Infrastruktur, der softwarebasierten Automatisierung manueller Prozesse, Machine-learning-Algorithmen und Big-Data-Management, um daraus ein integratives und dynamisches Behandlungskonzept abzuleiten. In enger Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Personalisierte Medizin (ZPM) Tübingen werden Methoden der Präzisionsonkologie evaluiert, wie z.B. personalisierte Wirkstofftests mit patienten-abgeleiteten 3D Mikrotumoren in Co-Kultur mit autologen Immunzellen. Darüber hinaus sollen multimodale Verfahren zur simultanen Analytik von Proteinprofilen und genetischen Signaturen gezielt weiterentwickelt und Methoden für das therapiebegleitende Monitoring der minimalen Resterkrankung (MRD) weiter automatisiert werden.

Neue Behandlungskonzepte vorantreiben

Damit sei das Projekt nicht nur hervorragend geeignet, um die Wissensgrundlagen für personalisierte Krebstherapien zu stärken und gleichzeitig den Mittelstand der gut aufgestellten Gesundheitsindustrie in Baden-Württemberg voranzubringen. Auch bilde es einen wichtigen Baustein im Rahmen der baden-württembergischen Digitalisierungsstrategie, so Hoffmeister-Kraut. „Die Gesundheitswirtschaft bietet als mögliche Leitbranche des 21. Jahrhunderts enorme Chancen für die ökonomische Zukunft Baden-Württembergs. Die in der Gesundheitswirtschaft sich bietenden Wachstumspotentiale müssen wir daher in voller Breite angehen, zum Beispiel durch die Stärkung der personalisierten Medizin. PRIMO ist hierfür ein hervorragendes Beispiel“, betonte die Ministerin.

Über das NMI

Das NMI betreibt anwendungsorientierte Forschung an der Schnittstelle von Bio- und Materialwissenschaften. Ein interdisziplinäres Team von Wissenschaftlern erschließt neue Technologien für Unternehmen und öffentliche Forschungsförderer in den Geschäftsfeldern Pharma- und Biotechnologie, Oberflächen- und Werkstofftechnologie sowie Biomedizintechnik. Das Institut mit Sitz in Reutlingen versteht sich als Brücke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft: Es arbeitet eng mit Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen zusammen und bedient seit vielen Jahren ein großes Spektrum an mittelständischen und großen Unternehmen. Am NMI arbeiten rund 190 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Gegründet wurde es 1985.

www.nmi.de

Über das FZI

Das FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie ist eine gemeinnützige Einrichtung für Informatik-Anwendungsforschung und Technologietransfer. Es bringt die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse der Informationstechnologie in Unternehmen und öffentliche Einrichtungen und qualifiziert junge Menschen für eine akademische und wirtschaftliche Karriere oder den Sprung in die Selbstständigkeit. Geführt von Professoren verschiedener Fakultäten entwickeln die Forschungsgruppen am FZI interdisziplinär für ihre Auftraggeber Konzepte, Software-, Hardware- und Systemlösungen und setzen die gefundenen Lösungen prototypisch um.

www.fzi.de

Über Hahn-Schickard

Hahn-Schickard entwickelt für die Wirtschaft innovative Produkte und Technologien in den Zukunftsfeldern Mobilität, Umwelt und Ressourcen, Gesundheit und Pflege sowie Information und Kommunikation. Neben Kompetenzen in Engineering und Herstellungsprozessen ist der Forschungs- und Entwicklungsdienstleister Spezialist für innovative Mikrofluidiksysteme sowie für Analyse- und Extraktionsverfahren im Bereich Nukleinsäureanalytik, Immunoassays und klinische Chemie. Die Kunden kommen aus der Industrie, vor allem kleine und mittelständische Unternehmen. Über 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten an den drei Standorten Stuttgart, Villingen-Schwenningen und Freiburg.

www.hahn-schickard.de