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06.06.2018

Funktionskleidung für Astronauten verbessern

Astronaut Dr. Alexander Gerst testet die Kühlleistung von Funktionsshirts für Erde und Weltall. Foto: DLR

Astronaut Dr. Alexander Gerst testet die Kühlleistung von Funktionsshirts für Erde und Weltall. Foto: DLR

Wer an Weltraummissionen denkt, hat schnell Astronauten in massigen Raumanzügen vor Augen. Die gasdichten Schutzanzüge sind jedoch meist nur für Außenarbeiten notwendig. Befinden sich Astro- und Kosmonauten in Shuttles oder der ISS, können sie bequemere Kleidung tragen. Das Forschungsprojekt Spacetex2 soll dabei helfen, solche Bekleidung für Langzeitmissionen zu verbessern. Im Rahmen des Projekts werden Untersuchungen über das Zusammenwirken von Körper, Bekleidung und Klima gemacht. An dem Projekt sind das innBW-Institut Hohenstein Group, die Charité Universitätsmedizin Berlin, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die Europäische Raumfahrt- Organisation (ESA) beteiligt.

Der menschliche Körper kann sich bei Anstrengungen im Weltall nicht wie auf der Erde abkühlen: Kommt er auf der Erde unter Belastung ins Schwitzen, gibt er Wärme an die Umgebungsluft ab. Dies nennt man Konvektion. Im Weltall ist dieser Wärmeverlust aufgrund der Schwerelosigkeit nicht vorhanden. „Die Folge davon ist, dass die Körperkerntemperatur schneller auf für die Gesundheit zu hohe Werte steigt. Es ist daher sehr wichtig, den Wärmeaustausch über die Verdunstungskühlung von Schweiß durch Kleidung aus entsprechenden Materialien zu optimieren“, sagt Projektleiter Dr. Jan Beringer von Hohenstein.

Der deutsche ESA-Astronaut Dr. Alexander Gerst testet unterschiedliche Funktionsshirts während seines Aufenthalts auf der ISS. Sensoren an seinem Körper liefern Daten über Atemfluss, Herzfrequenz und Sauerstoffsättigung. Auf diese Weise kann die Auswirkung der Kleidung auf die Körpertemperatur, den Tragekomfort und die Leistungsfähigkeit untersucht werden. Die Ergebnisse stehen den Wissenschaftlern schon kurze Zeit später per Daten-Downlink zur Erde zur Verfügung. Die Erkenntnisse des Projekts können künftig auch bei der Entwicklung neuer Funktionstextilien für extreme klimatische und physiologische Bedingungen auf der Erde einfließen.

Über das innBW-Institut Hohenstein Group

Die Hohenstein Group gehört mit insgesamt rund 600 Mitarbeitern am Standort Bönnigheim sowie in weltweit über 40 Kontaktbüros zu den bedeutendsten unabhängigen Forschungs- und Prüfungseinrichtungen im textilen Sektor. Anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung von innovativen Produkten und Verfahren sowie ein breites Spektrum von Textilprüfungen und Zertifizierungen bilden das Hauptgeschäft. Auftraggeber sind Industrie und Handel. Die Hohenstein Group wurde 1946 gegründet und werden bis heute als Familienunternehmen geführt.

www.hohenstein.de