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04.08.2016

Outdoor-Kleidung ohne sch├Ądliche Chemikalien

Wasserabweisendes Textil. Foto: Hohenstein Institute

Wasserabweisendes Textil. Foto: Hohenstein Institute

Qutdoor-Jacken halten praktisch jedes Wetter aus. Für die wasser- und schmutzabweisenden Eigenschaften der Textilien sorgen Fluorcarbon-Verbindungen. Die Substanzen sind jedoch gesundheitsschädlich. Eine Alternative zu krebserregenden Stoffen entwickeln jetzt das innBW-Institut Hohenstein Institute zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB. Hydrophobinen, wasserabweisende Proteine, sollen künftig günstige und nachhaltige Funktionstextilien ermöglichen. Die Umstellung von Fluorcarbon-Ausrüstungen auf alternative Substanzen und Verfahren sind derzeit eine bedeutende Herausforderung für die Textilindustrie.

Die Hoffnung der Forscher steckt in den Zellwänden von Pilzen. Dort vorkommende Pilzproteine sind besonders wasserabweisend. Ziel des Projekts ist es, die Proteine biotechnologisch herzustellen und anschließend auf Textilien aufzubringen. Die hydrophoben Proteine sollen mit einem „Anker“ versehen werden, der sich als Bindeglied selektiv und stabil an Materialfasern binden kann. In einer Machbarkeitsstudie der Hohenstein Institute und des Fraunhofer Instituts wurde das Prinzip der „Anker-Protein-Ausrüstung“ bereits umgesetzt. Es gelang bisher, ein grün-fluoreszierendes Marker-Protein über einen Cellulose-Anker stabil an verschiedene Textilien zu binden (s. Foto).

Die Fluorcarbon-Verbindungen, auch per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) genannt, könnten bei erfolgreichen Forschungsergebnissen bald der Vergangenheit angehören. Nicht nur Outdoor-Produkte, sondern auch technische Textilien und OP-Textilien würden von der neuen Entwicklung profitieren. Das Gemeinschaftsprojekt der beiden Institute wird von einem projektbegleitenden Ausschuss unterstützt, der sich aus verschiedenen industriellen Vertretern der Textil- und Biotechnologiebranche zusammensetzt. Die industrielle Umsetzbarkeit und Wirtschaftlichkeit der neu entwickelten Veredlungsmethode wird damit von Anfang an berücksichtigt.

Über das innBW-Institut Hohenstein Institute

Die Hohenstein Institute gehören mit insgesamt rund 500 Mitarbeitern am Standort Bönnigheim sowie in weltweit über 40 Kontaktbüros zu den bedeutendsten unabhängigen Forschungs- und Prüfungseinrichtungen im textilen Sektor. Anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung von innovativen Produkten und Verfahren sowie ein breites Spektrum von Textilprüfungen und Zertifizierungen bilden das Hauptgeschäft. Auftraggeber sind Industrie und Handel. Die Hohenstein Institute wurden 1946 gegründet und werden bis heute als Familienunternehmen geführt.

www.hohenstein.de