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08.07.2016

Hände besser desinfizieren mit IT

Die Hände gründlich desinfizieren, ist in Krankenhäusern besonders wichtig. Foto: FZI

Die Hände gründlich desinfizieren, ist in Krankenhäusern besonders wichtig. Foto: FZI

Europaweit sterben jährlich 23.000 Menschen an multiresistenten Keimen. Ursachen sind die nicht ausreichend desinfizierten Hände von Ärzten und Pflegern sowie fehlende verbindliche Hygiene-Standards für Kliniken. Das Problem mit Informationstechnik bekämpfen will jetzt ein Forschungsprojekt aus Baden-Württemberg. Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung von IT-Assistenzsystemen. Sie sollen eine akribische Händedesinfektion sicherstellen und kontrollieren. An dem Projekt beteiligt sind vier innBW-Institute: Das FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), das Institut für Lasertechnologien in der Medizin- und Messtechnik (ILM) in Ulm, das Hahn-Schickard Institut für Mikro- und Informationstechnik in Villingen-Schwenningen (HS-VS) und das Hahn-Schickard Institut für Mikroaufbautechnik in Stuttgart (HS-S). Gefördert wird das Projekt vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau mit 2,6 Millionen Euro.

Allein in Deutschland infizieren sich pro Jahr rund 500.000 Menschen bei Krankenhausaufenthalten mit antibiotikaresistenten Bakterien. Mehrere tausend Patienten sterben an den Folgen. Das Forschungsprojekt soll die sterile postoperative Wundversorgung unterstützen sowie das hygienische Anbringen von Kathetern am Bett des Patienten. Mit dem Projekt wollen die Beteiligten die wissenschaftlichen Grundlagen für ein ganzheitliches IT-Assistenzsystem zur effizienten Händedesinfektion und automatischen Dokumentation in deutschen Krankenhäusern schaffen.

„Von den Ergebnissen des Forschungsvorhabens verspreche ich mir für die Zukunft einen wesentlichen Beitrag zur Verringerung der Krankenhausinfektionen", sagte Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut. „Unsere Medizintechnikindustrie in Baden-Württemberg hat die besten Voraussetzungen, die Ergebnisse des Forschungsvorhabens zusammen mit den Instituten der Innovationsallianz zu international wettbewerbsfähigen Produkten weiterzuentwickeln. Damit können wir weitere qualitativ hochwertige Arbeitsplätze sichern und ausbauen“, so Hoffmeister-Kraut weiter.

Die beteiligten vier innBW-Institute:

Das FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist eine wirtschaftsnahe Forschungseinrichtung an der Schnittstelle zwischen universitärer Forschung und praktischer Anwendung. Das Zentrum bringt die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse der Informationstechnologie in Unternehmen und öffentliche Einrichtungen und qualifiziert junge Menschen für eine Karriere. Geführt von Professoren verschiedener Fakultäten entwickeln die Forschungsgruppen am Institut interdisziplinär für ihre Auftraggeber Konzepte, Software-, Hardware- und Systemlösungen und setzen die gefundenen Lösungen prototypisch um. Das FZI ist eine gemeinnützige Einrichtung.

Das Institut für Lasertechnologien in der Medizin und Messtechnik an der Universität Ulm (ILM) wird getragen von der gleichnamigen gemeinnützigen Stiftung bürgerlichen Rechts. Das ILM verbindet die akademische Forschung und Lehre mit der wirtschaftlichen und medizinischen Praxis. Öffentliche Förderprojekte legen den Grundstein für neue Erkenntnisse, darauffolgende Kooperationen mit Firmen entwickeln neue Produkte. Das ILM ist mit 7 Kompetenzgruppen interdisziplinär aufgestellt, im Institut arbeiten Physiker, Chemiker, Biologen und Ingenieure.

Hahn-Schickard entwickelt für die Wirtschaft innovative Produkte und Technologien in den Zukunftsfeldern Mobilität, Umwelt und Ressourcen, Gesundheit und Pflege sowie Information und Kommunikation. Neben Kompetenzen in Engineering und Herstellungsprozessen ist der Forschungs- und Entwicklungsdienstleister Spezialist für innovative Mikrofluidiksysteme sowie für Analyse- und Extraktionsverfahren im Bereich Nukleinsäureanalytik, Immunoassays und klinische Chemie. Die Kunden kommen aus der Industrie, vor allem kleine und mittelständische Unternehmen. Über 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten an den drei Standorten Stuttgart, Villingen-Schwenningen und Freiburg.

www.fzi.de

Kick-off-Meeting mit allen Projektbeteilgten am FZI