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30.05.2016

Intelligente Verteilnetze mit Laststeuerung

Wind- und Sonnenstrom erhöhen den Bedarf nach vermehrter Laststeuerung. Foto: innBW

Wind- und Sonnenstrom erhöhen den Bedarf nach vermehrter Laststeuerung. Foto: innBW

In Deutschland wird mehr und mehr Strom aus Wind und Sonne gewonnen. Die Ökostrommenge schwankt jedoch wetterbedingt. Ein Weg, das fluktuierende Angebot besser in das Netz zu integrieren, ist die Steuerung der Nachfrage in Industrie und Gewerbe mittels Demand-Side-Management (DSM). Ein Ende Mai gestartetes Forschungsprojekt will jetzt mittels moderner Kommunikationstechnologie dazu beitragen, diese neue Art der Flexibilisierung des Stromnetzes im Südwesten zu etablieren. Am Projekt beteiligt sind zwei innBW-Institute, das FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW), sowie fünf weitere Konsortialpartner. Die Förderung des Umweltministeriums Baden-Württemberg beträgt rund 350.000 Euro.

Das Potenzial für eine Lastverlagerung in Deutschland ist hoch: Es wird von Experten mit rund 10 Gigawatt pro Tag beziffert. Tragen Unternehmen dazu bei, Erzeugungs- und Nachfrageschwankungen mittels DSM auszugleichen, profitieren sie nicht nur von geringeren Strompreisen, sondern erhalten darüber hinaus eine finanzielle Vergütung. So können etwa Zementwerke in Zeiten hoher Stromnachfrage minuten- bis stundenweise ihre Produktion drosseln und in die Zeiten mit geringer Stromnachfrage verlagern. Oder Kühlhäuser: Sie können mit voller Kraft und darüber hinaus arbeiten, wenn das Stromangebot besonders hoch und günstig ist. Sinkt das Angebot, können sie sich eine Weile abschalten und Energie sparen, so lange, bis sich die Temperatur einem zulässigen Höchstwert nähert.

Das Ziel des aktuellen Forschungsvorhabens ist die Konzeption und prototypische Umsetzung einer Online-Plattform, die die DSM-Potenziale in Baden-Württemberg in hoher regionaler und zeitlicher Auflösung erfassen und darstellen kann. Das Projekt hilft teilnehmenden Unternehmen, ihr Potenzial realistisch einzuschätzen und dieses über die Plattform transparent darzustellen. Die Projektpartner von FZI und ZSW sind der Flughafen Stuttgart, das Fraunhofer IAO, die Universität Stuttgart, die Altran GmbH und die IDS GmbH.

„Die Projekte werden uns wertvolle Informationen darüber liefern, welche Ideen technisch umsetzbar sind und welche Geschäftsmodelle sich rechnen. Damit baut das Land seine führende Rolle im Bereich der Intelligenten Netze weiter aus“, erklärt Staatssekretär Andre Baumann.

Das FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist eine wirtschaftsnahe Forschungseinrichtung an der Schnittstelle zwischen universitärer Forschung und praktischer Anwendung. Das Zentrum bringt die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse der Informationstechnologie in Unternehmen und öffentliche Einrichtungen und qualifiziert junge Menschen für eine Karriere. Geführt von Professoren verschiedener Fakultäten entwickeln die Forschungsgruppen am Institut interdisziplinär für ihre Auftraggeber Konzepte, Software-, Hardware- und Systemlösungen und setzen die gefundenen Lösungen prototypisch um. Das FZI ist eine gemeinnützige Einrichtung.

Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) gehört zu den führenden Instituten für angewandte Forschung auf den Gebieten Photovoltaik, regenerative Kraftstoffe, Batterietechnik und Brennstoffzellen sowie Energiesystemanalyse. An den drei ZSW-Standorten Stuttgart, Ulm und Widderstall sind derzeit rund 230 Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker beschäftigt. Hinzu kommen 90 wissenschaftliche und studentische Hilfskräfte.

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