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16.12.2015

Kommunale Energiewende wird smart

Dezentralen, intelligent gesteuerten Netzwerken aus Stromproduzenten und -konsumenten gehört die Zukunft. Grafik: FZI

Dezentralen, intelligent gesteuerten Netzwerken aus Stromproduzenten und -konsumenten gehört die Zukunft. Grafik: FZI

Das innBW-Mitglied FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) treibt die Energiewende auf kommunaler Ebene voran: In einem am 1. Dezember gestarteten Pilotprojekt untersuchen die Forscher aus Karlsruhe die intelligente Vernetzung von 40 Haushalten und Betrieben in Walldorf mit dezentralen Ökokraftwerken. Auch ein großer Stromspeicher ist mit von der Partie. Ziel des Projektes mit dem Namen „Living Lab Walldorf“ ist es, die dezentrale Stromversorgung aus erneuerbaren Energien in der Praxis pilothaft umzusetzen und gemeinsam mit allen Beteiligten zu optimieren. Projektpartner des FZI sind die Unternehmen Beegy (Mannheim) und KEO (Köln) in Zusammenarbeit mit der MVV Energie (Mannheim) und dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Das Umweltministerium Baden-Württemberg fördert das Projekt im Rahmen seines BWPLUS-Programms mit rund einer Million über drei Jahre.

Die Pilotgebäude in Walldorf sollen eine Gemeinschaft von Stromproduzenten und -konsumenten bilden, deren Rolle dynamisch wechselt, so die Projektteilnehmer. Ein intelligentes Energiemanagement, das auf einer selbstlernenden Software basiert, steuert das dezentrale Netzwerk. Ein Lithium-Ionen-Speicher mit 100 Kilowattstunden Kapazität unterstützt das Energiesystem. Die Teilnehmer des Projekts stehen noch nicht fest. Im Frühjahr 2016 sind erste Foren zur Bürgerbeteiligung vorgesehen, Ende 2016 soll das Projekt dann starten.

FZI-Projektleiter Prof. Hartmut Schmeck: „Die stark verteilte und daher bisher nur geringfügig erschlossene Flexibilität kann mit dezentralen Koordinationsmechanismen optimal ausgeschöpft werden und ermöglicht uns auch hohe Anteile erneuerbarer Energien kostengünstig und sicher zu integrieren. Effiziente Algorithmen in einer hierarchischen Optimierungs- und Kommunikationsstruktur garantieren dabei Robustheit sowie Ressourcen- und Datensparsamkeit zugleich.“ Insbesondere kann ein solcher Verbund aus flexiblen Energieanlagen auch Schwankungen bei der Erzeugung regenerativer Energien ausgleichen.

Das FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist eine wirtschaftsnahe Forschungseinrichtung an der Schnittstelle zwischen universitärer Forschung und praktischer Anwendung. Das Zentrum bringt die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse der Informationstechnologie in Unternehmen und öffentliche Einrichtungen und qualifiziert junge Menschen für eine Karriere. Geführt von Professoren verschiedener Fakultäten entwickeln die Forschungsgruppen am Institut interdisziplinär für ihre Auftraggeber Konzepte, Software-, Hardware- und Systemlösungen und setzen die gefundenen Lösungen prototypisch um. Das FZI ist eine gemeinnützige Einrichtung.

www.fzi.de