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06.11.2015

Diversität als Chance für Innovation begreifen

Prof. Dr. Meike Tilebein rät Unternehmen zu mehr Vielheit.

Prof. Dr. Meike Tilebein rät Unternehmen zu mehr Vielheit.

Anfang November hat Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig die Equal-Pay-Day-Kampagne 2016 gestartet. Die Gleichberechtigung der Geschlechter ist nicht nur eine gesellschaftspolitische Frage, sondern auch ein Schlüssel für den Erfolg von Unternehmen. In einem Interview mit dem SWR-Hörfunk empfiehlt Prof. Dr. Meike Tilebein vom Institut für Diversity Studies in den Ingenieurwissenschaften (IDS) der Universität Stuttgart sogar noch mehr Unterschiede der Menschen im Land zu nutzen. Von der sozialen, kulturellen und ethnischen Vielfalt in der deutschen Gesellschaft könnten die südwestdeutschen Unternehmen stärker profitieren als bislang, so die Professorin, die auch Leiterin des innBW-Mitglieds Zentrum für Management Research (DITF-MR) der Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf ist. Diversität und das dazu gehörende „Vielfaltsmanagement“ in Firmen sei eine wichtige Quelle für Innovation.

Südwestdeutsche Unternehmen können nur weiter erfolgreich sein, wenn sie die Vielfalt der modernen Gesellschaft erkennen und konstruktiv nutzen. Verschiedenheit in das Unternehmen zu holen, ist eine Chance für Wettbewerbsvorteile. Die Anerkennung und Förderung dieser Potenziale schafft wirtschaftliche Vorteile: Beispiele sind unterschiedliche Sprachen, kulturelles Know-how oder Wissen, was in anderen Ländern gefragt ist. Darauf ist die exportorientierte Wirtschaft in Baden-Württemberg in besonderem Maße angewiesen. Unternehmen, die die Diversität ihrer Märkte widerspiegeln, werden bessere Erfolgschancen haben. Viele auch kleine und mittlere Unternehmen im Land haben das inzwischen begriffen und gehen individuell auf ihre Beschäftigten ein und gestalten Personalrekrutierungen offen.

Ziel ist eine produktive Gesamtatmosphäre im Unternehmen zu erreichen, soziale Diskriminierungen von Minderheiten zu verhindern und die Chancengleichheit zu verbessern. Dabei steht nicht die Minderheit selbst im Fokus, sondern die Gesamtheit der Beschäftigten in ihren Unterschieden und Gemeinsamkeiten. Bei den Unterschieden handelt es sich zum einen um die im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz genannten Unterschiede, von denen die wichtigsten Geschlecht, Ethnie, Alter und Behinderung sind, zum anderen um Unterschiede z.B. in Erfahrungen, Herangehensweisen und Kompetenzen, die für innovative Lösungen zentral sind.

Zum SWR-Beitrag (besonders zum Thema Innovation ab Minute 2:50, in der Mediathek zu hören):

http://www.swr.de/swr2/programm/auftakt-zum-equal-pay-day-2016-diversitaet-als-chance-fuer-unternehmen-und-migranten/-/id=661104/did=16415118/nid=661104/1ow5fsz/index.html%5B1%5D