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19.05.2015

Preis für künstlichen Uterus

Prof. Dr. Dirk Höfer und sein Mitarbeiter Dr. Fabian Runge mit ARTUS. Foto: Hohenstein Institute

Prof. Dr. Dirk Höfer und sein Mitarbeiter Dr. Fabian Runge mit ARTUS. Foto: Hohenstein Institute

Wissenschaftler der Hohenstein Institute haben jüngst die weltweit erste künstliche Gebärmutter zur Stimulation von zu früh geborenen Babys entwickelt. Dafür wurden sie jetzt Anfang Mai mit dem Techtextil Innovation Awards 2015 in der Kategorie „New application“ ausgezeichnet. Die verbesserte postnatale Therapie mit dem nachgeahmten Uterus überträgt auf die „Frühchen“ akustische und mechanische Reize, die den Umweltbedingungen im Mutterleib entsprechen. So soll unter anderem der Herzschlag der Mutter, deren Stimme und die sanften Bewegungen im Mutterleib reproduziert werden. Der Messepreis Techtextil Innovation Award prämiert innovative Ideen und zukunftsträchtige Weiterentwicklungen im Bereich technische Textilien, Vliesstoffe und funktionale Bekleidungstextilien.

ARTUS (ARTificial UteruS) lautet der Name der künstlichen Gebärmutter. Im Dezember 2014 hatten die Hohenstein-Forscher mit Partnern einen ersten Prototyp für die neue Behandlung vorgestellt. Projektleiter Prof. Dr. Dirk Höfer von den Hohenstein Instituten geht davon aus, dass sich beim Einsatz von „ARTUS“ der klinische Zustand von Frühgeborenen signifikant verbessern lässt: „In einem ersten Schritt sind wir aber schon zufrieden, wenn wir eine allgemeine Verbesserung des Zustandes der beobachteten Babys verzeichnen können. Gleichzeitig sollen unsere Prototypen dann vor Markteinführung noch entsprechend funktionell optimiert und an den Klinikalltag angepasst werden. Wichtige Aspekte haben wir aber bereits abgedeckt. So ist der sensorische Artificial Uterus desinfizierend waschbar und das Wirkprinzip nach dem die mechanischen Reize erzeugt werden, funktioniert ohne elektrische Zuleitungen usw., die schädliche Strahlungen erzeugen könnten.“ Derzeit beurteilen Spezialisten für Neu- und Frühgeborene in einer Anwendungsbeobachtung die Wirkung die Wirkung von ARTUS bei Frühchen.

Die Hohenstein Institute gehören mit insgesamt rund 500 Mitarbeitern am Standort Bönnigheim sowie in weltweit über 40 Kontaktbüros zu den bedeutendsten unabhängigen Forschungs- und Prüfungseinrichtungen im textilen Sektor. Anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung von innovativen Produkten und Verfahren sowie ein breites Spektrum von Textilprüfungen und Zertifizierungen bilden das Hauptgeschäft. Auftraggeber sind Industrie und Handel. Die Hohenstein Institute wurden 1946 gegründet und werden bis heute als Familienunternehmen geführt.

www.hohenstein.de