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24.06.2014

Postnatale Therapie mit künstlicher Gebärmutter

Frühgeborenen fehlt es oft an sensorischen Reizen und einer Raumbegrenzung. Foto: Fotolia.com

Frühgeborenen fehlt es oft an sensorischen Reizen und einer Raumbegrenzung. Foto: Fotolia.com

Monitore, Beatmungsgeräte und Infusionspumpen sind die ersten Erfahrungen vieler Frühgeborener. Die moderne Technik hilft den winzigen Babys zu überleben – doch sie verursacht auch Spätfolgen. Der mangelnde direkte Kontakt zur Mutter und die fehlende räumliche Begrenzung durch den Uterus führen zu motorischen und sensorischen Defiziten, die später therapiert werden müssen. Ein Forscherteam des innBW-Mitglieds Hohenstein Institute aus Bönnigheim will das jetzt ändern. Mit Partnern entwickeln sie eine künstliche Gebärmutter zur Stimulation der zu früh Geborenen.

Die Bedingungen in der weiblichen Gebärmutter sollen so realitätsnah wie möglich nachgeahmt werden – ein besonders anspruchsvolles Unterfangen. Die textilen Materialeigenschaften wie Haptik, Elastizität und Widerstand müssen passen; hierzu stimmen die Wissenschaftler das Fasermaterial und die Flächenherstellung aufeinander ab. Mit Hilfe eines motorischen Textilaktuators werden die sensorischen, motorischen und Gleichgewichtsreize vermittelt. Auch der Hetzschlag der Mutter wird integriert. Die Partner in dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Projekt sind die Beluga-Tauchsport GmbH aus Scheeßel und die M. Zellner GmbH aus Michelau in Oberfranken. Bereits 2015 soll ein erster Prototyp erprobt werden. Das wäre ein Novum: Derzeit befinden sich am Markt noch keine Medizinprodukte für Säuglings-Inkubatoren oder Lagerungshilfen, die eine sensorische Integrationstherapie ermöglichen.

Die Hohenstein Institute gehören mit insgesamt rund 500 Mitarbeitern am Standort Bönnigheim sowie in weltweit über 40 Kontaktbüros zu den bedeutendsten unabhängigen Forschungs- und Prüfungseinrichtungen im textilen Sektor. Anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung von innovativen Produkten und Verfahren sowie ein breites Spektrum von Textilprüfungen und Zertifizierungen bilden das Hauptgeschäft. Auftraggeber sind Industrie und Handel. Die Hohenstein Institute wurden 1946 gegründet und werden bis heute als Familienunternehmen geführt.

www.hohenstein.com